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Internet-Recherche Industrie-Steingut, vorne Internet-Recherche Industrie-Steingut, hinten »Absence«, Aufbau, Aalto University, Helsinki »Absence«, Keylecture, Aalto University, Helsinki »Absence«, Katalog »Beyond Site«

Installation »Absence«

When i started working on »Absence« it was the first time that i used the internet as a medium. Techniques are investigation, auction and installation. The industrial produced plates are the material.  Each one comes from a different factory in Europe, but no one from GB, where the technology (industrial made stoneware) was founded by Josiah Wedgwood in the 18th century.

The subject is  early technology transfer. My installation is dedicated to the Wedgwood Memorial Building in Burslem, Stoke-on-Trent, Staffordshire.

„Absence“ ist die erste Arbeit, bei der ich das Internet als Medium genutzt habe. Die Techniken sind Recherche, Auktion und Installation. Material sind industriell produzierte Stone Ware (Steingut)Teller. ( … ) „Absence“ handelt vom frühen Technologietransfer. In Stoke-on-Trent wurde im Dreieck zwischen Manchester, Birmingham und Liverpool im 18. Jahrhundert von Joshua Wedgwood die Keramikindustrie erfunden. Heute wird hier nur noch in einem Bruchteil der Betriebe gearbeitet, die bis in das 20.Jahrhundert hinein entstanden sind. Ganze Industrieareale und Stadtviertel sind verlassen. Nur wenige Neugründungen und Fortführungen von Unternehmen führen die Keramikproduktion ins 21.Jahrhundert. Produziert wird heute vor allem in Asien, (zunehmend in Osteuropa, Anm.d. A. 2022). Die Industriekultur, die hier entwickelt wurde, gibt es nicht mehr. Menschen, die hier geboren und aufgewachsen sind (born and bred), suchen nach neuen Lebensmöglichkeiten. Ausgangspunkt meiner Arbeit war, dass ich in dieser schwierigen Situation etwas nach Stoke-on-Trent zurückbringen wollte. Stolz auf Geschichte vielleicht, auf die Geburt einer Technologie, die von hier zunächst nach Festland-Europa ging, dann nach Übersee, in die Welt. Eine Technologie, die zum Entstehen der Alltagskultur des 20.Jahrhunderts beitragen konnte.

Ich habe im Internet nach industriell gefertigten Steingut Tellern geforscht, die aus europäischen Fabriken stammen, nicht jedoch aus England. Die Recherche ist mühselig und langwierig, denn massenweise industriell gefertigtes Geschirr war hauptsächlich für den Alltagsgebrauch gedacht und galt als wertlos. Besonders die vielgenutzten Essteller wurden entweder für alle denkbaren Zwecke aufgebraucht oder als Restbestände weggeworfen (was man vererbte war Porzellan). So ich konnte, habe ich für jede Fabrik einen Teller ersteigert. Zwischen September 2012 und März 2013 war die Sammlung auf 63 Exemplare angewachsen. Die Zahl steigt langsam weiter (bis heute, Anm. d. A. 2022). Auf den Rückseiten der Teller sind die Fabrikmarken der Betriebe zu sehen, die in Belgien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland, Schlesien, Litauen, Russland, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Schweiz, Italien, Spanien, Slovenien… produzierten. Diese Rückseite ist die Seite, die ich zeige. Man kann die sich gleichzeitig ähnelnden und unterscheidenden Steingutmassen und Glasuren zusammen betrachten, dazu die Stempel der Hersteller und die, gelegentlich handgeschriebenen Codes für Dekore. Man sieht technologische Übereinkünfte (wie das Einformen) ebenso wie Unterscheidungen (z.B. Unterglasur oder Fayence, ein breites Farbspiel).

Für unsere heutigen, an die Eintönigkeit postindustrieller globalisierter Massenerzeugnisse gewöhnten Augen scheint die Vielfalt der Anwendungen und lokalen Fortentwicklungen der Ursprungstechnologie fast an individuelle Ausformungen heranzureichen. Ich habe mir das vormals Niedrige, Gewöhnliche, Hässliche in eine Schönheit transferiert, die ich heute dringlich begehre.

Keynote

Concomitance // concurrency // concurrence // coincidence // simultaneity // simultaneousness // synchrony // synchronicity // synchronism // contemporaneity // contemporaneousness // ubiquitousness
How articulation is conducted in my studio work

[Abstract]

In my lecture, I will talk about the difficulty of discussing simultaneous timelines in my artwork and teaching in one timeline. Using hands to build or not, is only some of the pairs I have been working with the last two years in my studio and in factory spaces. Painting / glazing, round and oval, black and white, drawing and over painting, plain and structured surface, new and old, found and made, less / high value, sculptural and two dimensional. Two steps forward and one step back, and often an additional step to the left or to the right.

(der vortrag war wie eine künstlerische arbeit strukturiert. er bestand aus einer vielzahl von bildern, die in fünf ordnern versammelt waren:

kulturtechniken

musterbuch ,palimpsest (oval, painting, whites, patterns)

ABSENCE

work and landscape (cultural pandscape)

on freedom in construction (brick workshop)

ruins, museums, repairs

die bilder wurden kommentiert, einige wurden nur  im vorübergleiten kurz sichtbar, ohne erwähnt zu werden, manche bilder tauchten in anderen ordnern(zusammenhängen)  auf und wurden im kontext wieder kommentiert.

ich konnte mich in dieser ordnung vor- und rückwärts bewegen, auch in sprüngen.

die geschwindigkeit war hoch (bild auf bild) die kommentare deshalb eher in satzfragmenten (sonst zu langsam)

freie rede, nur Stichworte im heft und das zitat “ the only thing is that we all wait for the most efficient exident“ francis bacon)

am ende ENGE rückwärts gezeigt, so daß die nische mit der installation schrittweise in dem großen raum verschwindet.

dann second life, responsibility)

Fotos

01. Internet-Recherche Industrie-Steingut, vorne 02. Internet-Recherche Industrie-Steingut, hinten 03. »Absence BCB«, Stoke-on-Trent 04. »Absence«, Aufbau, Aalto University, Helsinki 05. »Absence«, during Keylecture, Aalto University, Helsinki 05. »Absence« in Katalog »Beyond Site« 06. »Topographies of the Obsolete«, Katalog

Date

19. Februar 2018

Category

Absence, Disappear, Work