2010, March

Ziele und Beobachter

Ziele und Beobachter, Legende

Die Arbeit Ziele und Beobachter besteht aus drei Bodenmarkierungen aus schwarzer Folie und einer Vielzahl von textilen Mundschutzbinden, die mit einem roten Insignum versehen sind.

Während die Bodenmarkierungen möglichst frei im Raum platziert werden, werden die Binden in einer Höhe von 1,40-1,45m an den Wänden so fixiert, dass sie sich sowohl gegenseitig, als auch die schwarzen Markierungen im Blickfeld haben.

Die Installation ist nur unter günstigen räumlichen Bedingungen präsentabel.

Anlage: Fotodokument.Bei dieser Realisation konnte eine Öffnung des Raumes nach oben glücklich einbezogen werden.

In der stillgelegten Sagerschen Fabrik in Neumünster installiert Kerstin Abraham 1999 im Rahmen des Kunstprojektes Nordskulptur 2 die Arbeit «Ziele undBeobachter». Sie inszeniert einen Geschichtenzusammenhang ausgehend von einem nüchternen quadratischen Raum, der sein Licht durch ein Oberlicht
empfängt. Die Geschichte spielt mit der Erwartung, von oben könnte jemand durch das Oberlicht einfahren, genau auf die ausgelegten Markierungen, auf
die Landekreuze, die aus schwarzer Kunststofffolie auf dem Boden liegen.
An einer Wand sind weiße Mundschutzmasken angebracht, die jeweils durch ein rotes Kreuz markiert sind. Die Masken, Teilgesichter, pars pro toto für eine helfende Einsatzgruppe, warten auf ihren Einsatz bei der 
Erscheinung von oben. «Ziele und Beobachter» erschließen sich dem
Normalbetrachter keineswegs so erzählerisch eindeutig, wie hier
beschrieben. Es ist eine Lesart , die durch die Lesart der Künstlerin
bestimmt ist. Was soll auf die Ziele gerichtet sein? Wer sind die
Beobachter? Warum sind Mundschutzmasken mit roten Kreuzen drauf als
Menschen zu enträtseln?, Warum haben Oberlichter etwas mit zu erwartenden
Erscheinungen zu tun? Die Installation öffnet wie die anderen auch
verschiedene Frage und Erzählebenen.

Andreas v. Randow (Textauszug)


ZieleBeobachter.